Heinrich Knoche

Heinrich-Knoche Schule Herdringen:

Unser Schulname erinnert an...

 

Heinrich Knoche ...Heinrich Knoche

 

Heinrich Knoche leitete die Herdringer Volksschule von 1852 - 1892. Der aus Fredeburg stammende Lehrer hat durch das von ihm verfasste in weit über 6 Millionen Exemplaren verbreitete "Rechenbuch für Volksschulen" (und ein weiteres für Rektoratsschulen) seinen Ruf als fortschrittlicher Rechenmeister begründet.

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Wichtige Daten

 

Heinrich Knoche wurde am 19. März 1831 in Holthausen geboren. Das liegt bei Bad Fredeburg im Sauerland.

 

Am 21. Oktober 1911 starb Heinrich zu Hause in einer Villa in Hüsten. Noch heute wohnt sein Urenkel Franz-Walter Knoche dort.

 

Am 25. Oktober 1911 wurde Heinrich Knoche beerdigt. Viele Bewohner und Lehrer aus Hüsten kamen dorthin, um sich zu verabschieden.

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Kindheit und Jugend

 

Heinrich hatte sieben Geschwister. Als Viertältester wuchs er ohne Vater auf. Dieser war schon früh gestorben. Deshalb musste Heinrichs Mutter alle acht Kinder alleine aufziehen und ernähren. Es war eine harte Zeit für alle, weil es wenig Nahrung gab und sehr viele Menschen hungern mussten.

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Familie

 

Heinrich Knoche hatte drei Söhne und mindestens eine Tochter. Zwei seiner Söhne durften an einer Universität studieren. Das war früher nicht selbstverständlich, denn es kostete viel Geld. Außerdem war es eher üblich eine Lehre in einem Handwerksbetrieb zu machen. Sein Sohn Franz aber hatte Glück und durfte studieren. Später war er der Sanitätsrat in Hüsten.

 

Nachdem sich Heinrich Knoche zur Ruhe gesetzt hatte, lebte er zunächst einige Jahre bei seinem Schwiegersohn. Dieser hatte Knoches Amt als Lehrer in Herdringen übernommen. Später zog Heinrich zu seinem Sohn, dem Sanitätsrat, nach Hüsten.

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Beruf

 

Bereits in sehr jungen Jahren interessierte sich Heinrich Knoche für die geheimnisvolle Welt der Zahlen. Als Schuljunge wünschte er sich schon Rechenlehrer zu werden. Als Heinrich etwa 16 Jahre alt war, überlegte seine Mutter, was aus ihrem Sohn werden solle. Da erzählte er ihr von seinem Wunsch. Die Mutter gab diesem Traum nach und so wurde Heinrich 1847 in das Lehrerseminar in Büren aufgenommen. Im Herbst 1852 wurde Heinrich Knoche mit dem „Zeugnis Nr. 1“ entlassen. Das bedeutet, er hatte sehr gute Noten. Kurz danach bestimmte die königliche Regierung in Arnsberg, dass Heinrich von nun an als Lehrer in Herdringen tätig sein sollte. Von da an unterrichtete er 40 Jahre lang die Kinder der Volksschule, bis er am 01. Oktober 1892 in den Ruhestand ging. Er war ein strenger, ernst aussehender Schulmeister, der seine Schüler sehr hart bestrafte, wenn er es für nötig hielt.

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Sein Lebenswerk

 

Heinrich Knoche arbeitet beinahe sein ganzes Leben lang an seinem berühmtesten Lehrwerk – dem  Rechenbuch für Volksschulen.

 

Insgesamt wurden 6 Millionen Exemplare seines Buches in den Volksschulen eingesetzt. Wenn immer drei Geschwister mit demselben Buch lernten, haben fast 20 Millionen deutsche Kinder mit diesem Buch das Rechnen gelernt! Aber Heinrich überarbeitete sein Buch immer wieder. Er war sich nie ganz sicher, ob die Inhalte des Buches so, wie sie da geschrieben standen, richtig waren. Als Vorlage für sein eigenes Rechenbuch diente ihm ein Buch von Andreas von Eißfeld. Dieses war schon 1595 erschienen. Um zu erklären, welche Grundsätze und Methoden er in seinem Buch verfolgte, schrieb Knoche Einleitungen, Bemerkungen und Lehrerhefte. Zusätzlich schrieb er noch Bücher für Kopf- und Tafelrechnen, Schriften zur Raumlehre, Zählkurse und einiges mehr.

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Sein Rechenunterricht

 

Im Unterricht selbst und in seinem Rechenbuch leitete er seine Schüler zu selbstständigen Rechenstrategien an. Seine Überlegungen, die er in sein Buch aufnahm, probierte er auch immer wieder in allen Jahrgangsstufen aus. Für Heinrich Knoche war klar: regelmäßige Wiederholungen mussten einhergehen mit Neuem und Unbekanntem. Außerdem sollte es immer einen Bezug zum Leben geben. Deshalb verband er seinen Rechenunterricht zum Beispiel mit dem Handelswesen (Kaufen und Verkaufen). Zusätzlich erkannte Heinrich, dass der Rechenunterricht nicht nur aus Übung, sondern vor allem aus Denkarbeit bestehen muss. Deshalb sollten seine Schüler immer wieder aufschreiben, was sie beim Lösen der Aufgabe gedacht haben.

 

Heinrich Knoche hatte herausgefunden: das Vorstellungsvermögen ist sehr wichtig, um etwas Neues verstehen zu können. Dies versuchte er mit seinem Rechenbuch für Volksschulen zu ermöglichen.

 

Er selbst schreibt über seine Methode:
Ich habe ein Prinzip für den ersten Rechenunterricht aufgestellt; aus diesem heraus habe ich die Entstehung und das Wesen der Zahlen, Zahlbegriffe, Zahlverhältnisse und Zahlenoperationen klargelegt und daraus eine neue Abstufung des Stoffes und in mancher Hinsicht neues Unterrichtsverfahren hergeleitet.

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Freizeit

 

In seinem 40jährigen Wirken hat Heinrich Knoche das gesellschaftliche Leben des Dorfes Herdringen mitgeprägt. Er war Begründer und Dirigent des Gesangvereins "Accordia" und Initiator der volkstümlichen Theaterstücke auf der Saalbühne des Gasthofes Wichard (heute Schweineberg).

 

Neben dem Gesang und dem Theater interessierte sich Heinrich auch für Pflanzen. Er züchtete Obstbäume und veredelte sie.

 

Außer dem berühmten Rechenbuch, das Heinrich Knoche geschrieben hatte, verfasste er in seiner Freizeit auch philosphische Aufsätze.

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Auf das Wirken von Heinrich Knoche weist eine Gedenktafel an der alten Volksschule in Herdringen hin.

 

Die neue Grundschule wurde 1972 nach ihm benannt.